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    <title>tobenschmidt</title>
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    <description>Waiting (around to die|for the miracle to come)</description>
    <pubDate>Wed, 06 May 2026 01:32:54 +0000</pubDate>
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      <title>tobenschmidt</title>
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      <title>In diesem Jahr liegt die kurze Zeit, in der das frische Blätterwerk des Baums...</title>
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      <description>&lt;![CDATA[In diesem Jahr liegt die kurze Zeit, in der das frische Blätterwerk des Baums vor dem Fenster noch licht genug ist, während die Sonne schon hoch genug über dem Nachbarhaus steht, um das Zimmer komplett in grünes Licht zu tauchen, zwischen der Zeit vor vier Jahren und der vor zwei Jahren.&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Jahr liegt die kurze Zeit, in der das frische Blätterwerk des Baums vor dem Fenster noch licht genug ist, während die Sonne schon hoch genug über dem Nachbarhaus steht, um das Zimmer komplett in grünes Licht zu tauchen, zwischen <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tobenschmidt/jetzt-beginnt-die-kurze-zeit-in-der-das-frische-blatterwerk-des-baums-vor-dem">der Zeit vor vier Jahren</a> und <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tobenschmidt/in-diesem-jahr-beginnt-die-kurze-zeit-in-der-das-frische-blatterwerk-des-baums">der vor zwei Jahren</a>.</p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 10:58:20 +0000</pubDate>
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      <title>&#34;Aber meine Herren, was wollen Sie? Das schmeckt glänzend!&#34;</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Überschaubare Anreise, angemessen abgelegen, viel draußen, wenig drinnen. Die Feldberger Seenlandschaft war im September 2020 in einer infektiösen Zeit mein Urlaubsziel. Hin- und Rückweg einer Wanderung am Schmalen Luzin entlang trennte ein kurzer Besuch im Hans-Fallada-Museum in Carwitz. Im Zusammenhang von aktuellen Bauernprotesten und historischer Landvolkbewegung) hatte ich von Hans Falladas Roman &#34;Bauern, Bonzen und Bomben&#34; gehört und kaufte mir im Museumsladen eben deshalb dieses Buch. Und wie es mit Büchern oft so ist, stand es dann lange Zeit ungelesen im Regal herum. Doch nun bin ich mittendrin und werde mit abenteuerlichen Rezeptvorschlägen belohnt.&#xA;&#xA;  Der Vegetarier hat das Fleisch verschmäht, aber der Rohköstler machte ein Zugeständnis und nahm Erbsbrei mit Sauerkraut. Doch der Abstinente wollte nicht Bier und Schnaps, heimlich bestellte er sich Himbeersaft, und nun gießt er, grauenhafter Anblick, die Himbeertunke über Kraut und Brei.&#xA;&#xA;  smallAus: citeBauern, Bonzen und Bomben/cite von Hans Fallada/small&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Überschaubare Anreise, angemessen abgelegen, viel draußen, wenig drinnen. Die Feldberger Seenlandschaft war im September 2020 in einer infektiösen Zeit mein Urlaubsziel. Hin- und Rückweg einer Wanderung am Schmalen Luzin entlang trennte ein kurzer Besuch im <a href="https://fallada.de/museum-start/">Hans-Fallada-Museum</a> in Carwitz. Im Zusammenhang von aktuellen Bauernprotesten und historischer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landvolkbewegung_(Schleswig-Holstein)">Landvolkbewegung</a> hatte ich von <a href="https://www.projekt-gutenberg.org/fallada/baubobom/titlepage.html">Hans Falladas Roman “Bauern, Bonzen und Bomben”</a> gehört und kaufte mir im Museumsladen eben deshalb dieses Buch. Und wie es mit Büchern oft so ist, stand es dann lange Zeit ungelesen im Regal herum. Doch nun bin ich mittendrin und werde mit abenteuerlichen Rezeptvorschlägen belohnt.</p>

<blockquote><p>Der Vegetarier hat das Fleisch verschmäht, aber der Rohköstler machte ein Zugeständnis und nahm Erbsbrei mit Sauerkraut. Doch der Abstinente wollte nicht Bier und Schnaps, heimlich bestellte er sich Himbeersaft, und nun gießt er, grauenhafter Anblick, die Himbeertunke über Kraut und Brei.</p>

<p><small>Aus: <cite>Bauern, Bonzen und Bomben</cite> von <a href="https://fallada.de/lebensstationen/">Hans Fallada</a></small></p></blockquote>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <pubDate>Fri, 22 Aug 2025 07:26:56 +0000</pubDate>
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      <title>Die Janskerk in Haarlem wird seit dem Jahr 1936 – ein Abriss, um Platz für den...</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Die Janskerk in Haarlem wird seit dem Jahr 1936 – ein Abriss, um Platz für den Bau eines Seniorenheims zu schaffen, konnte kurz zuvor verhindert werden – als Archiv genutzt und beherbergt mittlerweile das Noord-Hollands Archief. Heute vor zwei Jahren gestaltete ich mir dort in der Dauerausstellung Joh. Enschedé. Drukkerij van waarde, die sich der Geschichte der auf den Druck von Banknoten, Briefmarken und Sicherheitsdokumenten spezialisierten und 1703 gegründeten Druckerei Joh.&amp;nbsp;Enschedé widmet, eine eigene, individuelle Banknote.&#xA;!--more--&#xA;An einem Computer mit Touchscreen wählte ich nacheinander Farbe, Muster, Motive, Währung und Wert und schon war ich im Besitz einer gelblichen, gerade und kurvig liniert gemusterten Banknote, auf der die Tierwelt durch eine Eule, eine Kuh und einen Schmetterling (vielleicht auch eine Motte) zusammentraf. Die Währung erhielt den Namen topsie, angegeben aber so wie bei britischen Pfundnoten und im Gegensatz zu den Banknoten des Euro im Plural. Den Wert setzte ich auf 666, damit man auch ein bisschen was kriegt für sein Geld. Nach Fertigstellung schickte ich mir meine Banknote direkt per E-Mail zur weiteren Verwendung zu. Das Leben ist durch digitales Geld wirklich bequemer geworden. Bis heute habe ich allerdings noch nicht entschieden, was ich mir von dem Geld kaufen werde. Vielleicht eine Schallplatte von Iron&amp;nbsp;Maiden.&#xA;&#xA;Banknote im Wert von 666 topsies, auf der von links nach rechts eine Eule, eine Kuh und ein Schmetterling abgebildet sind&#xA;&#xA;#Geld #Haarlem #Janskerk&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="https://noord-hollandsarchief.nl/ontdekken/janskerk/janskerk">Janskerk</a> in Haarlem wird seit dem Jahr 1936 – ein Abriss, um Platz für den Bau eines Seniorenheims zu schaffen, konnte kurz zuvor verhindert werden – als Archiv genutzt und beherbergt mittlerweile das <a href="https://noord-hollandsarchief.nl/">Noord-Hollands Archief</a>. Heute vor zwei Jahren gestaltete ich mir dort in der Dauerausstellung <a href="https://noord-hollandsarchief.nl/ontdekken/janskerk/enschede-janskerk">Joh. Enschedé. Drukkerij van waarde</a>, die sich der Geschichte der auf den Druck von Banknoten, Briefmarken und Sicherheitsdokumenten spezialisierten und 1703 gegründeten Druckerei <em>Joh. Enschedé</em> widmet, eine eigene, individuelle Banknote.

An einem Computer mit Touchscreen wählte ich nacheinander Farbe, Muster, Motive, Währung und Wert und schon war ich im Besitz einer gelblichen, gerade und kurvig liniert gemusterten Banknote, auf der die Tierwelt durch eine Eule, eine Kuh und einen Schmetterling (vielleicht auch eine Motte) zusammentraf. Die Währung erhielt den Namen <em>topsie</em>, angegeben aber so wie bei britischen Pfundnoten und im Gegensatz zu den Banknoten des Euro im Plural. Den Wert setzte ich auf 666, damit man auch ein bisschen was kriegt für sein Geld. Nach Fertigstellung schickte ich mir meine Banknote direkt per E-Mail zur weiteren Verwendung zu. Das Leben ist durch digitales Geld wirklich bequemer geworden. Bis heute habe ich allerdings noch nicht entschieden, was ich mir von dem Geld kaufen werde. Vielleicht eine Schallplatte von <em>Iron Maiden</em>.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/xQKNCBaI.jpg" alt="Banknote im Wert von 666 topsies, auf der von links nach rechts eine Eule, eine Kuh und ein Schmetterling abgebildet sind"/></p>

<p><a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Geld" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Geld</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Haarlem" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Haarlem</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Janskerk" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Janskerk</span></a></p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <guid>https://tobenschmidt.writeas.com/die-janskerk-in-haarlem-wird-seit-dem-jahr-1936</guid>
      <pubDate>Fri, 27 Jun 2025 07:13:03 +0000</pubDate>
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      <title>Die vor einigen Jahren aus einem Urlaub – wahrscheinlich der am Bodensee –...</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Die vor einigen Jahren aus einem Urlaub – wahrscheinlich der am Bodensee – mitgebrachten Gratispostkarten, die verschiedene Szenen im Vintage-Stil, aber immer mit leuchtend roten Blumen zeigen, entpuppten sich eine ganze Weile später durch das Hören von Sabine Rohlfs hervorragenden Radiobeitrag Reisende Pflanzen – Über die Kolonialgeschichte unserer Gärten und Balkone als Teil der Arbeit &#xA;Geraniums Are Never Red. Im Radiobeitrag wird noch ein zweites Werk von Uriel Orlow erwähnt: Die Ausstellung What Plants Were Called Before They Had a Name beschäftigte sich damit, wie Pflanzen bezeichnet wurden, bevor sie im Zuge von europäischem Kolonialismus und Forschungsreisen vermeintlich erstmals Namen erhielten. Daran erinnerte ich mich dieser Tage, als der Golf von Mexiko, der nicht immer schon von allen so genannt wurde, für den offiziellen Sprachgebrauch der USA einen neuen Namen erhielt.&#xA;&#xA;Und dann schmiss ich heute noch ein sehr gemochtes, aber mittlerweile komplett verschlissenes T-Shirt in den Müll, das bereits ein identischer Ersatz für ein T-Shirt war, das mir vor vielen Jahren beim Urlaub auf Madeira über Nacht vom Balkon wehte und nicht wieder aufzufinden war. Vor dem Balkon im Hotelgarten stand ein zauberhaft blühender Afrikanischer Tulpenbaum (Spathodea campanulata), der je nach Gegend und Sprache einen einheimischen Namen hat.&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Die vor einigen Jahren aus einem Urlaub – wahrscheinlich der am Bodensee – mitgebrachten Gratispostkarten, die verschiedene Szenen im Vintage-Stil, aber immer mit leuchtend roten Blumen zeigen, entpuppten sich eine ganze Weile später durch das Hören von Sabine Rohlfs hervorragenden Radiobeitrag <em><a href="https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/nachtstudio/reisende-pflanzen-kolonialgeschichte-gaerten-balkone-sabine-rohlf-100.html" title="Geranien, Dahlien, Astern... Eigentlich Inbegriff unserer heimischen und idyllischen Hortikultur. Aber eigentlich haben diese Pflanzen lange Reisen hinter sich. Ihre Herkunft erzählt auch von Aneignung, Gewalt und Ausbeutung.">Reisende Pflanzen – Über die Kolonialgeschichte unserer Gärten und Balkone</a></em> als Teil der Arbeit
<em><a href="https://urielorlow.net/work/geraniums-are-never-red/" title="The bright red geraniums that trail from the balconies of Swiss chalets and clamber up palm trees in California aren&#39;t, botanically speaking, geraniums at all, nor are they Swiss or Californian, in fact they are pelargoniums.">Geraniums Are Never Red</a></em>. Im Radiobeitrag wird noch ein zweites Werk von Uriel Orlow erwähnt: Die Ausstellung <em><a href="https://urielorlow.net/work/what-plants-were-called-before-they-had-a-name/" title="The supposed discovery and subsequent naming and cataloguing of plants disregarded and obliterated existing indigenous plant names and botanical knowledge and imposed the Linnaean system of classification and its particular European rationality.">What Plants Were Called Before They Had a Name</a></em> beschäftigte sich damit, wie Pflanzen bezeichnet wurden, bevor sie im Zuge von europäischem Kolonialismus und Forschungsreisen vermeintlich erstmals Namen erhielten. Daran erinnerte ich mich dieser Tage, als der Golf von Mexiko, der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Gulf_of_Mexico#Name" title="Chalchiuhtlicueyecatl, nahá, Sea of the North uswusf.">nicht immer schon von allen so genannt</a> wurde, für den offiziellen Sprachgebrauch der USA einen neuen Namen erhielt.</p>

<p>Und dann schmiss ich heute noch ein sehr gemochtes, aber mittlerweile komplett verschlissenes T-Shirt in den Müll, das bereits ein identischer Ersatz für ein T-Shirt war, das mir vor vielen Jahren beim Urlaub auf Madeira über Nacht vom Balkon wehte und nicht wieder aufzufinden war. Vor dem Balkon im Hotelgarten stand ein zauberhaft blühender <em>Afrikanischer Tulpenbaum</em> (Spathodea campanulata), der <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Spathodea#Common_names" title="fakkelboom, pisipisi, kifabakazi uswusf.">je nach Gegend und Sprache einen einheimischen Namen hat</a>.</p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <guid>https://tobenschmidt.writeas.com/gratispostkarten-aus-dem-urlaub</guid>
      <pubDate>Sat, 15 Feb 2025 20:17:35 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Drei Tage A L’ARME! VOL. XII FINALE</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Aus irgendeinem Übermut heraus hatte ich mir einen Festivalpass für alle drei Tage vom A L&#39;ARME!-Festival gekauft, das 2024 vom 8. bis 10. August letztmalig stattfand. Am ersten Abend brachte mich ein Zug gerade eben noch bis zum Ostbahnhof, während meine Begleitung sich wegen eines herrenlosen Koffers und der daraus folgenden Sperrung am Bahnhof Alexanderplatz verspätete.&#xA;!--more--&#xA;Nur deshalb schaute ich mir wahrscheinlich den Auftakt im Radialsystem an, den Auftritt von Leila Bordreuil, die zunächst ihr Cello langsam hin und her bewegte, so leise brummend-wabernde Töne erzeugte, aber bald schon mit Hilfe von verzerrenden Effekten schmerzhaft laut – nach Ohrstöpseln war mir irgendwie nicht – die Halle ausfüllte. Gefiel mir gut, vielleicht zehn Minuten zu lang. Anschließend passte es, abgesehen von einzelnen Passagen, im Zusammenspiel bei Narr // Steidle, begleitet durch Live Visuals von Saou TV, nicht so richtig zusammen. Antumbra von Stemeseder Lillinger war dagegen so gut wie erhofft, so dass ich mir am letzten Abend noch das Album am Plattenstand kaufte. Schwer zu beschreibende Musik. Schlagzeug, Piano, etliche Instrumente mehr, Elektronik, schief-melodisch, rhythmisch-fragmentarisch, was weiß ich. Den ersten Abend beendeten Haino/Salvo/Nilssen-Love brachial und laut. Laut im Sinne von SEHR LAUT. Gitarre gegen Saxophon gegen Schlagzeug. Mit meiner Begleitung noch ein Bier zum Abschluss und dann knapp die letzte Ringbahn erwischt. Mein Mitgefühl der Person, die vom Ostbahnhof Ahrensfelde erreichen wollte, aber nur noch eine S‑Bahn bis Lichtenberg nehmen konnte.&#xA;&#xA;Ein Mensch mit einem Cello alleine und von Scheinwerferlicht hell erleuchtet auf einer ansonsten dunklen Bühne&#xA;smallLeila Bordreuil Solo || Leila Bordreuil (US) – Cello, Electronics/small&#xA;&#xA;Drei Menschen auf einer Bühne, einer am Schlagzeug, einer an der Gitarre und einer an einem Tisch sitzend am Laptop, auf der Leinwand hinter der Bühne abstrakte Formen in Grautönen&#xA;smallNarr // Steidle + Saou TV || Steffi Narr (DE) – Electric Guitar | Oliver Steidle (DE) – Drums | Saou TV (JP/DE) – Live Visuals/small&#xA;&#xA;Dunkle Bühne, auf der schemenhaft zwei Menschen an verschiedenen Instrumenten zu erkennen sind, Schlagzeug und elektronische Instrumente, auf der Leinwand darüber sind helle Punkte und Striche zu sehen, die an einen Morsetext erinnern, im Hintergrund leuchtet hell ein Notausgangsschild&#xA;smallAntumbra: Stemeseder–Lillinger || Elias Stemeseder (AT/DE) – Synthesizer, Electronics | Christian Lillinger (DE) – Drums, Electronics/small&#xA;&#xA;Drei Menschen muszieren auf einer Bühne in rötlich-lilanem Scheinwerferlicht, Gitarre, Schlagzeug mit zwei großen Gongs, Saxophon, ein paar Hinterköpfe von Menschen im Publikum, schräg fotografiert, so dass die Bühne von links unten nach rechts oben ansteigt&#xA;smallHaino/Salvo/Nilssen-Love || Keiji Haino (JP) – Electric Guitar, Vocals | Sofía Salvo (AR/DE) – Baritone Saxophone | Paal Nilssen-Love (NO) – Drums/small&#xA;&#xA;Einlass war am zweiten Abend nicht am rechten, sondern am linken Tor. Die Lautstärke des Vorabends, so nahm ich an, hatte einige große Äste von einem Baum direkt am ursprünglichen Eingang abbrechen lassen. Ich kam zu den letzten Sätzen der Begrüßung an und kurz darauf begann Økse eine Art Hip-Hop-Jazz mit DJ zu spielen. Halb free, halb Song. Auf dem Album auch mit vier Rappern, live bei diesem Auftritt aber ohne. Nicht ganz mein Ding, aber das lässige Schlagzeugspiel von Savannah Harris begeisterte mich sehr. Mit einem reichlich sauren Sauerbier namens Berliner Eiche in der Hand rein in den etwas kleineren Saal, in den man im Gegensatz zur größeren Halle Getränke mitnehmen durfte, und sitzend Ephemeral Fragments ergänzt durch Emilio Gordoa gelauscht. Ruhig, mit einem irgendwie traurigen Grundton, dazu passend hübsch krakelige Live-Zeichnungen von Lena Czerniawska auf der Leinwand über der Bühne. Von I Like To Sleep hatte ich mich im Vorfeld durch ein vergleichsweise konventielles Stück täuschen lassen. Die Band bollerte – ob der Sound vom Schlagzeug wirklich so gewollt war? – kompromisslos durch ihren Auftritt. Nicht schlecht, Vibraphon höre ich gerne, Baritongitarre ist nicht ganz alltäglich, etwas entspannter wäre mir aber auch recht gewesen. Vielleicht war ich durch die vorangegangenen Auftritte schon langsam weichgekocht oder hatte in meinem Leben noch nicht genug Manowar-Konzerte besucht (keins), aber es folgte ein echter Härtetest in Sachen Lautstärke. Yexxen war auch mit Ohrstöpseln hart an der Grenze des Aushaltbaren. Das war so ausdauernd brachial und ausufernd intensiv, dass ich praktisch wie gelähmt vor der Bühne stand. Es war herrlich! Dann sollte getanzt werden und es wurde getanzt. Naaljos Ljom drehten den Abend zum Abschluss mit ihrer elektronisch aufgebrochenen und erweiterten norwegischen Folklore nochmal in eine andere Richtung. Mich konnte das zu später Stunde nicht mehr vollständig packen.&#xA;&#xA;Ein Schild warnt mit der Aufschrift &#39;Fallende Äste&#39; und der Zeichnung eines Baums, von dem gerade ein Ast abbricht.&#xA;smallGefahrenbereich/small&#xA;&#xA;Vier Menschen musizieren auf einer in lilanes Licht getauchten Bühne mit Saxophon, Bass, Schlagzeug und DJ-Equipment&#xA;smallØkse || Savannah Harris (US) – drums | Val Jeanty (US) – electronics | Mette Rasmussen (NO/DK) – alto saxophone | Petter Eldh (SE/DE) – double-bass, electric bass, electronics/small&#xA;&#xA;Drei gut sichtbare Menschen und ein fast komplett verdeckter Mensch auf einer in bläuliches Licht getauchten Bühne, auf der Leinwand über der Bühne eine krakelige Zeichnung eines Kopfs mit zwei weinenden Gesichtern&#xA;smallEphemeral Fragments &amp; 1:∞ Gordoa Czerniawska || Korhan Erel (DE) – synthesizer | Florian Walter (DE) – tubax | Emily Wittbrodt (DE) – cello | Emilio Gordoa (MX/DE) – snare, electronics | Lena Czerniawska (PL/DE) – drawing/small&#xA;&#xA;Drei Menschen musizieren auf einer Bühne mit Schlagzeug, Baritongitarre und Vibraphon, einige Mikrofone und Verstärker, über der Bühne eine verfremdete Draufsicht des Geschehens auf der Bühne in weiß-rot-schwarz, im Vordergrund ein Teil eines Mischpultes&#xA;smallI Like To Sleep || Amund Storløkken Åse (NO) – vibraphone, electronics | &#xA;Nicolas Leirtrø (NO) – baritone guitar | Øyvind Leite (NO) – drums/small&#xA;&#xA;Vier Menschen im Scheinwerferlicht auf einer Bühne mit Saxophon, Lap-Steel-Gitarre, Schlagzeug und Bass, einige Verstärker, eine leere Leinwand dahinter&#xA;smallYexxen || Sofía Salvo (AR/DE) – baritone saxophone | Claire Nico (CA/DE) – lap steel guitar | Guido Kohn (AR/DE) – electric bass | Bobby Glew (UK/DE) – drums, electronics/small&#xA;&#xA;Zwei Menschen musizieren auf einer Bühne mit elektronischen und traditionellen norwegischen Intrumenten&#xA;smallNaaljos Ljom || Anders Hana (NO) – mouth harp, fiddle, Hardanger fiddle, langeleik | Morten Joh (NO) – analog synths, drum machine, Norwegian folk drum/small&#xA;&#xA;Mit deutlichen Ermüdungserscheinungen machte ich mich zum dritten Festivaltag auf. Der Abschlussabend war der im Mai 2024 gestorbenen Monika Döring, qa music-obsessed icon of Berlin’s cultural scene/q, gewidmet. In einem Interview von 2023 erwähnt sie eine Reihe der auftretenden Künstler\innen. Ein Polizeieinsatz störte den S‑Bahnverkehr und ich erreichte den Auftritt von hÄK/Danzeisen erst zwei Stücke vor Ende. Halb so schlimm, ich hatte die Band vor nicht allzu langer Zeit – ok, 2021, ist auch schon einen Moment her – live gesehen. In der Halle spielte Caspar Brötzmann erst alleine Bass, dann zusammen mit Farida Amadou. Beide hatten sichtbar Spaß am gemeinsamen Auftritt. Zwischendurch schnell nachschauen, wie es bei HSV gegen Hertha steht (1:0). Zu Gudrun Guts technoider Elektromusik tanzte das Publikum und ich war sehr froh, Musik zu hören, die dichter als alles bisher Gehörte am klassischen Popsongformat dran war. Die den Abend über von der anderen Spreeseite herüberklingende Bluesband war nicht die gewünschte Abwechslung. Ich machte mit meiner zuckerfreien Kola zu lange draußen Pause, verpasste so den Anfang von Johansson/Jelinek und kam nicht mehr in den Saal. Mist, komplett voll. Zu meinem Glück verließen zwischendurch genügend Personen den Saal, so dass ich mit anderen Wartenden nachrücken konnte. Die wenigen Minuten, die ich noch vom Konzert mitbekam, waren das Warten wert. Angenehm dezent. Der wahrscheinlich unaufdringlichste Auftritt des Festivals. Ich bin zwar noch nicht so wie Sven-Åke Johansson über 80 Jahre alt, aber mir taten mittlerweile die Füße weh und etwas zu müde war ich auch. Für Frank Bretschneider und danach Byetone nahm ich auf der Sitztribüne Platz und hörte mir das Geschehen aus der Ferne an. Frank Bretschneiders elektronische Musik begann mir etwas langweilig, legte aber noch kräftig zu bis die Tribüne vibrierte. Byetone ballerte von Anfang bis Ende geraden Techno durch die ihm zur Verfügung stehende Zeit. Ich tanzte im Sitzen mit. Keiji Hainos Soloauftritt, den ich mir nicht vollständig anhörte, führte noch einmal zurück ins Lärmige. Im Publikum waren einige zugehaltene Ohren zu beobachten. Die Zielgerade des Abends war wieder elektronisch. Leider fehlt mir nach zwei Tagen schon weitestgehend die Erinnerung an den Auftritt von Grischa Lichtenberger. Meine musikalische Aufnahmefähigkeit war zu dem Zeitpunkt – wenig überraschend – erschöpft. Vielleicht lag es auch an den erschöpften Vorräten im Verkauf und dem damit erzwungenen Bierwechsel für das letzte Getränk. Ich meine aber, dass mir das, was ich hörte und sah, ziemlich gut gefiel. Robert Lippok haute dann noch auf eine Trommel, machte dazu oder daraus elektronische Musik, während Lucas Gutierrez hübsche Bilder und Formen auf die Leinwand schickte. Ich hörte mir noch ein paar Minuten von Electro Indigos* DJ-Set an, konnte mich zum Tanzen aber nicht mehr aufraffen und bevor ich zu dem harten Techno im Stehen einschlief, machte ich die Biege.&#xA;&#xA;Zwei Menschen auf einer Bühne, einer am Schlagzeug, einer an elektronischen Gerätschaften, über der Bühne eine Leinwand, auf der eine verfremdete Draufsicht der Bühne mit den dort gerade musizierenden Menschen zu sehen ist, durch ein raumtrennendes, feinmaschiges Netz fotografiert, so dass Bühne, Menschen und Instrumente nur schwer zu erkennen sind&#xA;smallhÄK/Danzeisen || Bernd Nobert Wuertz​ (DE) – electronics | Philipp Danzeisen​ (DE) – drums/small&#xA;&#xA;Zwei Menschen spielen auf einer Bühne jeweils einen Bass, mehrere Verstärker, ein Mikrofon, ein paar Hinterköpfe von Menschen im Publikum&#xA;smallCaspar Brötzmann Bass Totem / Amadou || Caspar Brötzmann (DE) – long scale electric bass, vocals | Farida Amadou (BE) – electric bass/small&#xA;&#xA;Ein Mensch am Laptop auf einer Bühne im lila-roten Scheinwerferlicht, zwei Mikrofone, einige Verstärker, auf der Leinwand dahinter eine Videoprojektion in etwa den gleichen Farben&#xA;smallGudrun Gut (Monika Enterprise) || Gudrun Gut (DE) – modular, voice/small&#xA;&#xA;Zwei Menschen auf einer Bühne, einer am Schlagzeug, einer an elektronischen Gerätschaften, durch ein raumtrennendes, feinmaschiges Netz fotografiert, so dass Bühne, Menschen und Instrumente nur schwer zu erkennen sind&#xA;smallJohansson/Jelinek || Sven-Åke Johansson (SE/DE) – percussion | Jan Jelinek (DE) – modular/small&#xA;&#xA;Etwas weiter entfernt bedient ein Mensch auf einer Bühne elektronische Gerätschaften, bläuliches Licht, schemenhaft erkennbares Publikum vor der Bühne&#xA;smallFrank Bretschneider (raster)﻿ || Frank Bretschneider (DE) – modular/small&#xA;&#xA;Etwas weiter entfernt bedient ein Mensch auf einer Bühne in grünliches Licht getaucht elektronische Gerätschaften, davor tanzt und lauscht schemenhaft erkennbar Publikum, auf einer Leinwand hinter Bühne sind schwarz-weiße Strichmuster zu sehen&#xA;smallByetone (raster)﻿ || Olaf Bender (DE) – modular AV/small&#xA;&#xA;Ein hell beleuchteter Mensch mit langen weißen Haaren und einer Sonnenbrille spielt auf einer ansonsten dunklen Bühne Gitarre und singt&#xA;smallKeiji Haino Solo || Keiji Haino (JP) – electric guitar, vocals/small&#xA;&#xA;Ein Mensch auf einer Bühne, verschiedene elektronische Geräte, zwei Laptops, über der Bühne auf einer Leinwand helle, unterschiedlich breite Streifen, im Hintergrund schemenhaft Publikum&#xA;smallGrischa Lichtenberger (raster) || Grischa Lichtenberger (DE) – electronics / AV/small&#xA;&#xA;Zwei Menschen auf einer Bühne, einer an elektronischen Geräten, einer an einem Laptop, über der Bühne auf einer Leinwand abstrakte, bunte Formen, im Hintergrund schemenhaft Publikum&#xA;smallLippok/Gutierrez AV || Robert Lippok (DE) – drum machines, computer || Lucas Gutierrez (AR) — visuals/small&#xA;&#xA;DJ beim Auflegen, Ansicht von hinten, Menschen auf einer Tanzfläche, alles in bläuliches Licht getaucht&#xA;smallElectric Indigo (female:pressure) || Electric Indigo (AT) — DJ Set/small&#xA;&#xA;Fotos vom Festival von Udo Siegfriedt, auf denen etwas mehr zu erkennen ist:&#xA;&#xA;Day 1 of A L’ARME! VOL. XII FINALE&#xA;Day 2 of A L’ARME! VOL. XII FINALE&#xA;Day 3 of A L’ARME! VOL. XII FINALE&#xA;&#xA;#Berlin #Musik&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Aus irgendeinem Übermut heraus hatte ich mir einen Festivalpass für alle drei Tage vom <a href="https://www.alarmefestival.de/tickets-venues">A L&#39;ARME!-Festival</a> gekauft, das 2024 vom 8. bis 10. August letztmalig stattfand. Am ersten Abend brachte mich ein Zug gerade eben noch bis zum Ostbahnhof, während meine Begleitung sich wegen eines <a href="https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/08/berlin-bahnhof-alexanderplatz-herrenloses-gepaeckstueck-s-bahn-verkehr-unterbrochen.html">herrenlosen Koffers und der daraus folgenden Sperrung am Bahnhof Alexanderplatz</a> verspätete.

Nur deshalb schaute ich mir wahrscheinlich den Auftakt im <a href="https://www.radialsystem.de/">Radialsystem</a> an, den Auftritt von <a href="http://www.leilabordreuil.com/" title="Her music mixes deep melancholia with harsh noise-walls at ear-bleeding levels"><em>Leila Bordreuil</em></a>, die zunächst ihr Cello langsam hin und her bewegte, so leise brummend-wabernde Töne erzeugte, aber bald schon mit Hilfe von verzerrenden Effekten schmerzhaft laut – nach Ohrstöpseln war mir irgendwie nicht – die Halle ausfüllte. Gefiel mir gut, vielleicht zehn Minuten zu lang. Anschließend passte es, abgesehen von einzelnen Passagen, im Zusammenspiel bei <a href="https://oliversteidle.com/narr-steidle/"><em>Narr // Steidle</em></a>, begleitet durch Live Visuals von <a href="https://saoutanaka.com/"><em>Saou TV</em></a>, nicht so richtig zusammen. <a href="https://www.christianlillinger.com/penumbra"><em>Antumbra</em> von <em>Stemeseder Lillinger</em></a> war dagegen so gut wie erhofft, so dass ich mir am letzten Abend noch das Album am Plattenstand kaufte. Schwer zu beschreibende Musik. Schlagzeug, Piano, etliche Instrumente mehr, Elektronik, schief-melodisch, rhythmisch-fragmentarisch, was weiß ich. Den ersten Abend beendeten <a href="http://www.fushitsusha.com/">Haino</a>/<a href="https://sssalvo.wixsite.com/sofiasalvo">Salvo</a>/<a href="https://www.paalnilssen-love.com/">Nilssen-Love</a> brachial und laut. Laut im Sinne von SEHR LAUT. Gitarre gegen Saxophon gegen Schlagzeug. Mit meiner Begleitung noch ein Bier zum Abschluss und dann knapp die letzte Ringbahn erwischt. Mein Mitgefühl der Person, die vom Ostbahnhof Ahrensfelde erreichen wollte, aber nur noch eine S‑Bahn bis Lichtenberg nehmen konnte.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/pH0112E4.jpg" alt="Ein Mensch mit einem Cello alleine und von Scheinwerferlicht hell erleuchtet auf einer ansonsten dunklen Bühne"/>
<small>Leila Bordreuil Solo || Leila Bordreuil (US) – Cello, Electronics</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/DItb15xH.jpg" alt="Drei Menschen auf einer Bühne, einer am Schlagzeug, einer an der Gitarre und einer an einem Tisch sitzend am Laptop, auf der Leinwand hinter der Bühne abstrakte Formen in Grautönen"/>
<small>Narr // Steidle + Saou TV || Steffi Narr (DE) – Electric Guitar | Oliver Steidle (DE) – Drums | Saou TV (JP/DE) – Live Visuals</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/5wVN7e5u.jpg" alt="Dunkle Bühne, auf der schemenhaft zwei Menschen an verschiedenen Instrumenten zu erkennen sind, Schlagzeug und elektronische Instrumente, auf der Leinwand darüber sind helle Punkte und Striche zu sehen, die an einen Morsetext erinnern, im Hintergrund leuchtet hell ein Notausgangsschild"/>
<small>Antumbra: Stemeseder–Lillinger || Elias Stemeseder (AT/DE) – Synthesizer, Electronics | Christian Lillinger (DE) – Drums, Electronics</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/Ijaxo44A.jpg" alt="Drei Menschen muszieren auf einer Bühne in rötlich-lilanem Scheinwerferlicht, Gitarre, Schlagzeug mit zwei großen Gongs, Saxophon, ein paar Hinterköpfe von Menschen im Publikum, schräg fotografiert, so dass die Bühne von links unten nach rechts oben ansteigt"/>
<small>Haino/Salvo/Nilssen-Love || Keiji Haino (JP) – Electric Guitar, Vocals | Sofía Salvo (AR/DE) – Baritone Saxophone | Paal Nilssen-Love (NO) – Drums</small></p>

<p>Einlass war am zweiten Abend nicht am rechten, sondern am linken Tor. Die Lautstärke des Vorabends, so nahm ich an, hatte einige große Äste von einem Baum direkt am ursprünglichen Eingang abbrechen lassen. Ich kam zu den letzten Sätzen der Begrüßung an und kurz darauf begann <a href="https://okse.bandcamp.com/album/kse"><em>Økse</em></a> eine Art Hip-Hop-Jazz mit DJ zu spielen. Halb free, halb Song. Auf dem Album auch mit vier Rappern, live bei diesem Auftritt aber ohne. Nicht ganz mein Ding, aber das lässige Schlagzeugspiel von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Savannah_Harris"><em>Savannah Harris</em></a> begeisterte mich sehr. Mit einem reichlich sauren Sauerbier namens <em>Berliner Eiche</em> in der Hand rein in den etwas kleineren Saal, in den man im Gegensatz zur größeren Halle Getränke mitnehmen durfte, und sitzend <a href="https://florianwalter.bandcamp.com/album/mit-gef-hl"><em>Ephemeral Fragments</em></a> ergänzt durch <a href="https://www.emiliogordoa.com/"><em>Emilio Gordoa</em></a> gelauscht. Ruhig, mit einem irgendwie traurigen Grundton, dazu passend hübsch krakelige Live-Zeichnungen von <a href="https://lenaczerniawska.weebly.com/"><em>Lena Czerniawska</em></a> auf der Leinwand über der Bühne. Von <em>I Like To Sleep</em> hatte ich mich im Vorfeld durch ein vergleichsweise <a href="https://www.youtube.com/watch?v=oy03VawzPbc">konventielles Stück</a> täuschen lassen. Die Band bollerte – ob der Sound vom Schlagzeug wirklich so gewollt war? – kompromisslos durch ihren Auftritt. Nicht schlecht, Vibraphon höre ich gerne, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baritongitarre">Baritongitarre</a> ist nicht ganz alltäglich, etwas entspannter wäre mir aber auch recht gewesen. Vielleicht war ich durch die vorangegangenen Auftritte schon langsam weichgekocht oder hatte in meinem Leben noch nicht genug Manowar-Konzerte besucht (keins), aber es folgte ein echter Härtetest in Sachen Lautstärke. <a href="https://www.alarmefestival.de/yexxen"><em>Yexxen</em></a> war auch mit Ohrstöpseln hart an der Grenze des Aushaltbaren. Das war so ausdauernd brachial und ausufernd intensiv, dass ich praktisch wie gelähmt vor der Bühne stand. Es war herrlich! Dann sollte getanzt werden und es wurde getanzt. <a href="https://naaljosljom.bandcamp.com/"><em>Naaljos Ljom</em></a> drehten den Abend zum Abschluss mit ihrer elektronisch aufgebrochenen und erweiterten norwegischen Folklore nochmal in eine andere Richtung. Mich konnte das zu später Stunde nicht mehr vollständig packen.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/UWkgdOe0.jpg" alt="Ein Schild warnt mit der Aufschrift &#39;Fallende Äste&#39; und der Zeichnung eines Baums, von dem gerade ein Ast abbricht."/>
<small>Gefahrenbereich</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/K56RXxA2.jpg" alt="Vier Menschen musizieren auf einer in lilanes Licht getauchten Bühne mit Saxophon, Bass, Schlagzeug und DJ-Equipment"/>
<small>Økse || Savannah Harris (US) – drums | Val Jeanty (US) – electronics | Mette Rasmussen (NO/DK) – alto saxophone | Petter Eldh (SE/DE) – double-bass, electric bass, electronics</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/ggwTmN1L.jpg" alt="Drei gut sichtbare Menschen und ein fast komplett verdeckter Mensch auf einer in bläuliches Licht getauchten Bühne, auf der Leinwand über der Bühne eine krakelige Zeichnung eines Kopfs mit zwei weinenden Gesichtern"/>
<small>Ephemeral Fragments &amp; 1:∞ Gordoa Czerniawska || Korhan Erel (DE) – synthesizer | Florian Walter (DE) – tubax | Emily Wittbrodt (DE) – cello | Emilio Gordoa (MX/DE) – snare, electronics | Lena Czerniawska (PL/DE) – drawing</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/FXknQC9A.jpg" alt="Drei Menschen musizieren auf einer Bühne mit Schlagzeug, Baritongitarre und Vibraphon, einige Mikrofone und Verstärker, über der Bühne eine verfremdete Draufsicht des Geschehens auf der Bühne in weiß-rot-schwarz, im Vordergrund ein Teil eines Mischpultes"/>
<small>I Like To Sleep || Amund Storløkken Åse (NO) – vibraphone, electronics |
Nicolas Leirtrø (NO) – baritone guitar | Øyvind Leite (NO) – drums</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/kUt07Dl4.jpg" alt="Vier Menschen im Scheinwerferlicht auf einer Bühne mit Saxophon, Lap-Steel-Gitarre, Schlagzeug und Bass, einige Verstärker, eine leere Leinwand dahinter"/>
<small>Yexxen || Sofía Salvo (AR/DE) – baritone saxophone | Claire Nico (CA/DE) – lap steel guitar | Guido Kohn (AR/DE) – electric bass | Bobby Glew (UK/DE) – drums, electronics</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/qp5eQ62V.jpg" alt="Zwei Menschen musizieren auf einer Bühne mit elektronischen und traditionellen norwegischen Intrumenten"/>
<small>Naaljos Ljom || Anders Hana (NO) – mouth harp, fiddle, Hardanger fiddle, langeleik | Morten Joh (NO) – analog synths, drum machine, Norwegian folk drum</small></p>

<p>Mit deutlichen Ermüdungserscheinungen machte ich mich zum dritten Festivaltag auf. Der Abschlussabend war der im Mai 2024 gestorbenen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Monika_D%C3%B6ring"><em>Monika Döring</em></a>, <q>a music-obsessed icon of Berlin’s cultural scene</q>, gewidmet. In einem <a href="https://www.tip-berlin.de/konzerte-party/musik/monika-doering-michael-rosen-interview/">Interview von 2023</a> erwähnt sie eine Reihe der auftretenden Künstler*innen. Ein Polizeieinsatz störte den S‑Bahnverkehr und ich erreichte den Auftritt von <a href="https://www.hak-danzeisen.com/"><em>hÄK/Danzeisen</em></a> erst zwei Stücke vor Ende. Halb so schlimm, <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tobenschmidt/verschiebungswoche">ich hatte die Band vor nicht allzu langer Zeit – ok, 2021, ist auch schon einen Moment her – live gesehen</a>. In der Halle spielte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_Br%C3%B6tzmann"><em>Caspar Brötzmann</em></a> erst alleine Bass, dann zusammen mit <a href="https://faridamadou.com/"><em>Farida Amadou</em></a>. Beide hatten sichtbar Spaß am gemeinsamen Auftritt. Zwischendurch schnell nachschauen, <a href="https://www.kicker.de/hsv-gegen-hertha-2024-bundesliga-4937092/analyse">wie es bei HSV gegen Hertha steht</a> (1:0). Zu <a href="https://www.gudrungut.com/"><em>Gudrun Guts</em></a> technoider Elektromusik tanzte das Publikum und ich war sehr froh, Musik zu hören, die dichter als alles bisher Gehörte am klassischen Popsongformat dran war. Die den Abend über von der anderen Spreeseite herüberklingende Bluesband war nicht die gewünschte Abwechslung. Ich machte mit meiner zuckerfreien Kola zu lange draußen Pause, verpasste so den Anfang von <a href="http://www.sven-akejohansson.com/sven-aake-johansson/ensembles/jan-jelinek/"><em>Johansson/Jelinek</em></a> und kam nicht mehr in den Saal. Mist, komplett voll. Zu meinem Glück verließen zwischendurch genügend Personen den Saal, so dass ich mit anderen Wartenden nachrücken konnte. Die wenigen Minuten, die ich noch vom Konzert mitbekam, waren das Warten wert. Angenehm dezent. Der wahrscheinlich unaufdringlichste Auftritt des Festivals. Ich bin zwar noch nicht so wie <em>Sven-Åke Johansson</em> über 80 Jahre alt, aber mir taten mittlerweile die Füße weh und etwas zu müde war ich auch. Für <a href="https://raster-media.net/artists/frank-bretschneider"><em>Frank Bretschneider</em></a> und danach <a href="https://raster-media.net/artists/byetone"><em>Byetone</em></a> nahm ich auf der Sitztribüne Platz und hörte mir das Geschehen aus der Ferne an. <em>Frank Bretschneiders</em> elektronische Musik begann mir etwas langweilig, legte aber noch kräftig zu bis die Tribüne vibrierte. <em>Byetone</em> ballerte von Anfang bis Ende geraden Techno durch die ihm zur Verfügung stehende Zeit. Ich tanzte im Sitzen mit. <em>Keiji Hainos</em> Soloauftritt, den ich mir nicht vollständig anhörte, führte noch einmal zurück ins Lärmige. Im Publikum waren einige zugehaltene Ohren zu beobachten. Die Zielgerade des Abends war wieder elektronisch. Leider fehlt mir nach zwei Tagen schon weitestgehend die Erinnerung an den Auftritt von <a href="https://raster-media.net/artists/grischa-lichtenberger"><em>Grischa Lichtenberger</em></a>. Meine musikalische Aufnahmefähigkeit war zu dem Zeitpunkt – wenig überraschend – erschöpft. Vielleicht lag es auch an den erschöpften Vorräten im Verkauf und dem damit erzwungenen Bierwechsel für das letzte Getränk. Ich meine aber, dass mir das, was ich hörte und sah, ziemlich gut gefiel. <a href="https://www.robertlippok.de/"><em>Robert Lippok</em></a> haute dann noch auf eine Trommel, machte dazu oder daraus elektronische Musik, während <a href="https://lucasgutierrez.com/"><em>Lucas Gutierrez</em></a> hübsche Bilder und Formen auf die Leinwand schickte. Ich hörte mir noch ein paar Minuten von <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Electric_Indigo"><em>Electro Indigos</em></a> DJ-Set an, konnte mich zum Tanzen aber nicht mehr aufraffen und bevor ich zu dem harten Techno im Stehen einschlief, machte ich die Biege.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/v3dP7kfU.jpg" alt="Zwei Menschen auf einer Bühne, einer am Schlagzeug, einer an elektronischen Gerätschaften, über der Bühne eine Leinwand, auf der eine verfremdete Draufsicht der Bühne mit den dort gerade musizierenden Menschen zu sehen ist, durch ein raumtrennendes, feinmaschiges Netz fotografiert, so dass Bühne, Menschen und Instrumente nur schwer zu erkennen sind"/>
<small>hÄK/Danzeisen || Bernd Nobert Wuertz​ (DE) – electronics | Philipp Danzeisen​ (DE) – drums</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/QAyHOrO4.jpg" alt="Zwei Menschen spielen auf einer Bühne jeweils einen Bass, mehrere Verstärker, ein Mikrofon, ein paar Hinterköpfe von Menschen im Publikum"/>
<small>Caspar Brötzmann Bass Totem / Amadou || Caspar Brötzmann (DE) – long scale electric bass, vocals | Farida Amadou (BE) – electric bass</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/JbTMtyID.jpg" alt="Ein Mensch am Laptop auf einer Bühne im lila-roten Scheinwerferlicht, zwei Mikrofone, einige Verstärker, auf der Leinwand dahinter eine Videoprojektion in etwa den gleichen Farben"/>
<small>Gudrun Gut (Monika Enterprise) || Gudrun Gut (DE) – modular, voice</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/rj50GQUJ.jpg" alt="Zwei Menschen auf einer Bühne, einer am Schlagzeug, einer an elektronischen Gerätschaften, durch ein raumtrennendes, feinmaschiges Netz fotografiert, so dass Bühne, Menschen und Instrumente nur schwer zu erkennen sind"/>
<small>Johansson/Jelinek || Sven-Åke Johansson (SE/DE) – percussion | Jan Jelinek (DE) – modular</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/wW9tzO07.jpg" alt="Etwas weiter entfernt bedient ein Mensch auf einer Bühne elektronische Gerätschaften, bläuliches Licht, schemenhaft erkennbares Publikum vor der Bühne"/>
<small>Frank Bretschneider (raster)﻿ || Frank Bretschneider (DE) – modular</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/33ie37Cp.jpg" alt="Etwas weiter entfernt bedient ein Mensch auf einer Bühne in grünliches Licht getaucht elektronische Gerätschaften, davor tanzt und lauscht schemenhaft erkennbar Publikum, auf einer Leinwand hinter Bühne sind schwarz-weiße Strichmuster zu sehen"/>
<small>Byetone (raster)﻿ || Olaf Bender (DE) – modular AV</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/6J8yWMjQ.jpg" alt="Ein hell beleuchteter Mensch mit langen weißen Haaren und einer Sonnenbrille spielt auf einer ansonsten dunklen Bühne Gitarre und singt"/>
<small>Keiji Haino Solo || Keiji Haino (JP) – electric guitar, vocals</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/aVYD64m8.jpg" alt="Ein Mensch auf einer Bühne, verschiedene elektronische Geräte, zwei Laptops, über der Bühne auf einer Leinwand helle, unterschiedlich breite Streifen, im Hintergrund schemenhaft Publikum"/>
<small>Grischa Lichtenberger (raster) || Grischa Lichtenberger (DE) – electronics / AV</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/QQF6jf92.jpg" alt="Zwei Menschen auf einer Bühne, einer an elektronischen Geräten, einer an einem Laptop, über der Bühne auf einer Leinwand abstrakte, bunte Formen, im Hintergrund schemenhaft Publikum"/>
<small>Lippok/Gutierrez AV || Robert Lippok (DE) – drum machines, computer || Lucas Gutierrez (AR) — visuals</small></p>

<p><img src="https://i.snap.as/bzR3UH41.jpg" alt="DJ beim Auflegen, Ansicht von hinten, Menschen auf einer Tanzfläche, alles in bläuliches Licht getaucht"/>
<small>Electric Indigo (female:pressure) || Electric Indigo (AT) — DJ Set</small></p>

<p>Fotos vom Festival von Udo Siegfriedt, auf denen etwas mehr zu erkennen ist:</p>
<ul><li><a href="https://flic.kr/s/aHBqjBCReZ">Day 1 of A L’ARME! VOL. XII FINALE</a></li>
<li><a href="https://flic.kr/s/aHBqjBCWEt">Day 2 of A L’ARME! VOL. XII FINALE</a></li>
<li><a href="https://flic.kr/s/aHBqjBD8y5">Day 3 of A L’ARME! VOL. XII FINALE</a></li></ul>

<p><a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Berlin" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Berlin</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Musik" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Musik</span></a></p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <guid>https://tobenschmidt.writeas.com/drei-tage-a-larme-vol-xii-finale</guid>
      <pubDate>Mon, 12 Aug 2024 22:23:47 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>Als jugendlicher Alkoholentdecker trank ich, wenn mir der Sinn nicht nach...</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Als jugendlicher Alkoholentdecker trank ich, wenn mir der Sinn nicht nach Karlsquell oder Sangria stand, eine Spätlese namens Oppenheimer Krötenbrunnen. Der Preis war niedrig, aber der Name schon Kaufargument genug. Dass Oppenheimer Krötenbrunnen eine Weinlage und nicht den Wein selbst bezeichnet, war mir bis heute nicht bekannt. In Erinnerung gerufen wurde mir der Wein durch eine Speisekarte. &#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Als jugendlicher Alkoholentdecker trank ich, wenn mir der Sinn nicht nach Karlsquell oder Sangria stand, eine Spätlese namens <em>Oppenheimer Krötenbrunnen</em>. Der Preis war niedrig, aber der Name schon Kaufargument genug. Dass <em>Oppenheimer Krötenbrunnen</em> eine Weinlage und nicht den Wein selbst bezeichnet, war mir bis heute nicht bekannt. In Erinnerung gerufen wurde mir der Wein durch eine <a href="https://www.hotelaltebornmuehle.de/media/files/speisekarte-02.pdf">Speisekarte</a>.</p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <pubDate>Mon, 29 Jul 2024 20:19:58 +0000</pubDate>
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      <title>Es gab keine feste Konzertgruppe, nur einen losen Haufen von Leuten im...</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Es gab keine feste Konzertgruppe, nur einen losen Haufen von Leuten im Kneipenkollektiv, die nach eigenen Interessen Konzerte veranstalteten. Das waren – damals wie heute – in der Mehrheit Punk-/Hardcore-/Crust-Konzerte. Laut Plenumsbeschluss durfte der Eintrittspreis nicht mehr als 2,50 Euro betragen. Zusammen mit einigen anderen versuchte ich das Ganze etwas aufzubrechen und auch andere Stilrichtungen zu etablieren. Und so kam es, dass ich im Jahr 2003 ein Konzert mit Scout Niblett im VeB Lübeck auf die Beine stellte.&#xA;!--more--&#xA;Anstatt den Laden rechtzeitig herzurichten, saßen wir noch zu lange in der WG und tranken Glühwein. Das Einräumen der Getränke und der Aufbau auf der Bühne musste im Schnelldurchlauf passieren. Das Konzert war schlecht bis mittelmäßig besucht, einige der Gäste quatschten durchgehend in die meist eher leise Musik, an der sie nicht interessiert waren, rein und Scout Niblett war einigermaßen genervt. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, glaube aber, dass sie zusammen mit ihrem Fahrer nach Ende des Konzertes schnell das Weite suchte. Hätte es nicht aus dem interessierten Teil der Gäste begeisterte Rückmeldungen gegeben, wäre der Abend als solides Desaster abzuhaken gewesen.&#xA;&#xA;Scout Nibletts zum damaligen Zeitpunkt aktuelles Album I am) wurde von Steve Albini aufgenommen, der vor zwei Tagen, am 7. Mai 2024, überraschend an einem Herzinfarkt starb.&#xA;&#xA;  We&#39;re all gonna die&#xA;  We don&#39;t know when&#xA;  We don&#39;t know how&#xA;  And you&#39;re beat kicks back like death&#xA;&#xA;https://youtu.be/t-cXu_V2Ak4&#xA;&#xA;#Lübeck #Musik #ScoutNiblett #SteveAlbini&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Es gab keine feste Konzertgruppe, nur einen losen Haufen von Leuten im Kneipenkollektiv, die nach eigenen Interessen Konzerte veranstalteten. Das waren – damals wie heute – in der Mehrheit Punk-/Hardcore-/Crust-Konzerte. Laut Plenumsbeschluss durfte der Eintrittspreis nicht mehr als 2,50 Euro betragen. Zusammen mit einigen anderen versuchte ich das Ganze etwas aufzubrechen und auch andere Stilrichtungen zu etablieren. Und so kam es, dass ich im Jahr 2003 ein Konzert mit <a href="https://scoutniblett.bandcamp.com/">Scout Niblett</a> im <a href="https://www.veb-luebeck.de/pages/veranstaltungsarchiv.html?year=2003">VeB Lübeck</a> auf die Beine stellte.

Anstatt den Laden rechtzeitig herzurichten, saßen wir noch zu lange in der WG und tranken Glühwein. Das Einräumen der Getränke und der Aufbau auf der Bühne musste im Schnelldurchlauf passieren. Das Konzert war schlecht bis mittelmäßig besucht, einige der Gäste quatschten durchgehend in die meist eher leise Musik, an der sie nicht interessiert waren, rein und Scout Niblett war einigermaßen genervt. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, glaube aber, dass sie zusammen mit ihrem Fahrer nach Ende des Konzertes schnell das Weite suchte. Hätte es nicht aus dem interessierten Teil der Gäste begeisterte Rückmeldungen gegeben, wäre der Abend als solides Desaster abzuhaken gewesen.</p>

<p>Scout Nibletts zum damaligen Zeitpunkt aktuelles Album <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/I_Am_(Scout_Niblett_album)"><em>I am</em></a> wurde von Steve Albini aufgenommen, der <a href="https://thequietus.com/articles/34129-steve-albini-dies">vor zwei Tagen, am 7. Mai 2024, überraschend an einem Herzinfarkt starb</a>.</p>

<blockquote><p>We&#39;re all gonna die
We don&#39;t know when
We don&#39;t know how
And you&#39;re beat kicks back like death</p></blockquote>

<p><iframe allow="monetization" class="embedly-embed" src="//cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fembed%2Ft-cXu_V2Ak4%3Ffeature%3Doembed&display_name=YouTube&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3Dt-cXu_V2Ak4&image=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2Ft-cXu_V2Ak4%2Fhqdefault.jpg&key=d932fa08bf1f47efbbe54cb3d746839f&type=text%2Fhtml&schema=youtube" width="640" height="360" scrolling="no" title="YouTube embed" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen; encrypted-media; picture-in-picture;" allowfullscreen="true"></iframe></p>

<p><a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:L%C3%BCbeck" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Lübeck</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Musik" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Musik</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:ScoutNiblett" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ScoutNiblett</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:SteveAlbini" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">SteveAlbini</span></a></p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <pubDate>Thu, 09 May 2024 18:48:36 +0000</pubDate>
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      <title>In diesem Jahr beginnt die kurze Zeit, in der das frische Blätterwerk des Baums...</title>
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      <description>&lt;![CDATA[In diesem Jahr beginnt die kurze Zeit, in der das frische Blätterwerk des Baums vor dem Fenster noch licht genug ist, während die Sonne schon hoch genug über dem Nachbarhaus steht, um das Zimmer komplett in grünes Licht zu tauchen, etwa drei Wochen früher als noch vor zwei Jahren.&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Jahr beginnt die kurze Zeit, in der das frische Blätterwerk des Baums vor dem Fenster noch licht genug ist, während die Sonne schon hoch genug über dem Nachbarhaus steht, um das Zimmer komplett in grünes Licht zu tauchen, etwa drei Wochen früher <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tobenschmidt/jetzt-beginnt-die-kurze-zeit-in-der-das-frische-blatterwerk-des-baums-vor-dem">als noch vor zwei Jahren</a>.</p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <pubDate>Tue, 09 Apr 2024 08:05:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>Vor wenigen Monaten, vielleicht im Oktober oder November, hatte sich eine...</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Vor wenigen Monaten, vielleicht im Oktober oder November, hatte sich eine Kreuzspinne an der Innenseite meines Küchenfensters häuslich niedergelassen. Meist saß sie regungslos oben am Rahmen, aber regelmäßig auch in der Mitte ihres Netzes, das sie in der oberen Scheibenhälfte immer wieder neu spann. Wenn ich dann das Fenster nicht vorsichtig genug auf Kipp stellte oder schloss, huschte das erschrockene Tier schnell an seinen Stammplatz. So ging das eine ganze Weile. Offensichtlich ließ sich auch an diesem seltsamen Ort genug Beute machen. Neulich verzog sich die Spinne an die Küchendecke und blieb dort für einige Tage sitzen. Dann lag sie tot auf dem Fußboden.&#xA;&#xA;Ich legte den Spinnenkadaver auf die Fensterbank und kümmerte mich zunächst nicht weiter darum. Nachdem eine Auferstehung von den Toten am heutigen Ostersonntag ausgeblieben ist, habe ich ihn soeben im Biomüll entsorgt.&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Vor wenigen Monaten, vielleicht im Oktober oder November, hatte sich eine Kreuzspinne an der Innenseite meines Küchenfensters häuslich niedergelassen. Meist saß sie regungslos oben am Rahmen, aber regelmäßig auch in der Mitte ihres Netzes, das sie in der oberen Scheibenhälfte immer wieder neu spann. Wenn ich dann das Fenster nicht vorsichtig genug auf Kipp stellte oder schloss, huschte das erschrockene Tier schnell an seinen Stammplatz. So ging das eine ganze Weile. Offensichtlich ließ sich auch an diesem seltsamen Ort genug Beute machen. Neulich verzog sich die Spinne an die Küchendecke und blieb dort für einige Tage sitzen. Dann lag sie tot auf dem Fußboden.</p>

<p>Ich legte den Spinnenkadaver auf die Fensterbank und kümmerte mich zunächst nicht weiter darum. Nachdem eine Auferstehung von den Toten am heutigen Ostersonntag ausgeblieben ist, habe ich ihn soeben im Biomüll entsorgt.</p>

<div class="post-signature"><small><a href="https://werdings.writeas.com/werdings-tiere">Werdings Tiere</a> · <a href="https://write.as/">write.as</a></small></div>
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      <pubDate>Sun, 31 Mar 2024 20:56:56 +0000</pubDate>
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      <title>Six Pianos und Achim Reichel am selben Ort</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Vorgestern vor einer Woche in den Großen Saal der Philharmonie Berlin zum Konzert von Six Pianos. Etwas abgehetzt und kurz vor knapp den Sitzplatz in mittlerer Entfernung, aber mit guter Sicht erreicht. Einfach mal rechtzeitig los, ist nicht meine größte Stärke.!--more--qDich trifft man auch auf jedem Konzert!/q Umgeben von sich kennenden, offensichtlich regelmäßigen Konzertbesucherinnen wünschte ich, die Menschen lernten (wieder) einen dezenteren Umgang mit Parfüm. Auf der Bühne sechs Flügel ohne Deckel. Erst kam einer, dann der zweite und nochmal später der dritte Pianist auf die Bühne bis nach und nach alle sechs – Gregor Schwellenbach, Daniel Brandt, Erol Sarp, Kai Schumacher, Paul Frick, John Kameel Farah – an ihren unterschiedlich präparierten Instrumenten saßen. Jeder spielte meist alleine, teilweise auch zu zweit oder dritt ein, zwei (eigene) Stücke. Gregor Schwellenbach beispielsweise eine zwanzig Jahr alte Techonummer. Alles sehr rhythmisch und abwechslungsreich. Nach abwechslungsreich kam noch nicht gleich Steve Reich, sondern erst eine Vorstellung der Künstler, die Keyboard Study #2 von Terry Riley – auf der Konzertkarte passend zur Anzahl der sechs Flügel als Keyboards Study #2 angekündigt – und eine Pause. Einziges Stück danach war das namensgebende Six Pianos von Steve Reich. Kurz vor zehn und für einen Montagabend angemessen rechtzeit war Schluss. Das Publikum klatschte recht begeistert Beifall, aber eine Zugabe sprang nicht dabei heraus. Ich verließ die Philharmonie unbewusst zur anderen Seite und brauchte vielleicht einen Moment zu lange, um mich zu orientieren.&#xA;&#xA;Sechs Pianisten stehen verbeugend vor sechs Flügeln ohne Deckel auf einer Konzertbühne.&#xA;smallDie sechs Pianisten stehen verbeugend vor den sechs Flügeln./small&#xA;&#xA;Heute vor einer Woche wieder in den Großen Saal der Philharmonie Berlin. Achim Reichel auf Schön-war-es-doch!-Tour. Sehr frühzeitig da und noch Zeit für ein Getränk. Im bestellten Campari Soda ersetzte, ohne dass ich diesen Wunsch geäußert hatte, der freundliche Getränkeausschank das Sodawasser zu einem großen Teil durch Sekt. Ich hätte mich beschweren können, war aber zufrieden. Vom Sitzplatz hoch oben und weit hinten war der Überblick sehr gut, der Sound dagegen nicht, aber noch in Ordnung. Das Publikum war mit einigen Ausnahmen wie mir alt wie der Künstler oder kaum jünger, aber von Beginn an begeistert dabei, auch wenn erste Mitklatschversuche in ihrem Bemühen, den Takt zu finden, noch etwas unbeholfen und übermütig wirkten. Eine einzelne Handytaschenlampe leuchtete von der gegenüberliegenden Seite durch den dunklen Saal, als Achim Reichel die Zeilen Der Mond ist aufgegangen / Die goldnen Sternlein prangen* sang. Kurz darauf übernahm das Publikum lautstark den Gesang: qOoh ooh oh ooh, ooh ooh oh ooh, Steaks und Bier und Zigaretten/q. In der Kulisse der Philharmonie sehr charmant und mit jeder Wiederholung noch ein wenig charmanter. Das Konzert geht seinen Gang, Hits werden gespielt, das Publikum lässt in seiner Begeisterung nicht nach. Während der Zugabe erdreisten sich einige Personen in der Reihe vor mir, gut gelaunt aufzustehen, was unmittelbar dazu führt, dass eine empörte Person in der Reihe hinter mir ihre freie Sicht mit ihrem Krückstock wiederherzustellen versucht. Skurriler Moment. Achim Reichel steht mit achtzig Jahren zweieinhalb Stunden auf der Bühne, singt, spielt Gitarre, macht Ansagen. Beeindruckend. Am Stand im Foyer kosten die Vinylalben bestehend aus drei oder vier Schallplatten 45, 50 und 55 Euro. Auch beeindruckend.&#xA;&#xA;Mehrere Musiker auf einer in buntes Licht getauchten Bühne.&#xA;smallAchim Reichel mit seiner Band auf der in buntes Licht getauchten Bühne./small&#xA;&#xA;Seit meinem Umzug nach Berlin sind bis zu meinem ersten Konzertbesuch im Großen Saal der Philharmonie Berlin fast siebzehn Jahre vergangen. Bis zum zweiten Mal dann zwei weitere Tage mehr. (Gut möglich, dass meine Erinnerung mich täuscht, aber mehr als ein Konzert im Kammermusiksaal ließ sich darin nicht finden.)&#xA;&#xA;#AchimReichel #Berlin #DanielBrandt #ErolSarp #GregorSchwellenbach #JohnKameelFarah #KaiSchumacher #Musik #PaulFrick #SixPianos&#xA;&#xA;div class=&#34;post-signature&#34;smalla href=&#34;https://werdings.writeas.com/werdings-tiere&#34;Werdings Tiere/a &amp;middot; a href=&#34;https://write.as/&#34;write.as/a/small/div]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Vorgestern vor einer Woche in den Großen Saal der Philharmonie Berlin zum Konzert von <a href="https://www.fluxfm.de/p/wir-spielen-immer-denselben-takt-gregor-schwellenbach-im-interview-3M4gMQm7nR4UKy8jmKaOMJ" title="Wir spielen immer denselben Takt">Six Pianos</a>. Etwas abgehetzt und kurz vor knapp den Sitzplatz in mittlerer Entfernung, aber mit guter Sicht erreicht. Einfach mal rechtzeitig los, ist nicht meine größte Stärke.<q>Dich trifft man auch auf jedem Konzert!</q> Umgeben von sich kennenden, offensichtlich regelmäßigen Konzertbesucher*innen wünschte ich, die Menschen lernten (wieder) einen dezenteren Umgang mit Parfüm. Auf der Bühne sechs Flügel ohne Deckel. Erst kam einer, dann der zweite und nochmal später der dritte Pianist auf die Bühne bis nach und nach alle sechs – Gregor Schwellenbach, Daniel Brandt, Erol Sarp, Kai Schumacher, Paul Frick, John Kameel Farah – an ihren unterschiedlich präparierten Instrumenten saßen. Jeder spielte meist alleine, teilweise auch zu zweit oder dritt ein, zwei (eigene) Stücke. <a href="https://gregorschwellenbach.bandcamp.com/album/gregor-schwellenbach-spielt-20-jahre-kompakt" title="Gregor Schwellenbach spielt 20 Jahre Kompakt">Gregor Schwellenbach beispielsweise eine zwanzig Jahr alte Techonummer</a>. Alles sehr rhythmisch und abwechslungsreich. Nach abwechslungsreich kam noch nicht gleich Steve Reich, sondern erst eine Vorstellung der Künstler, die <em>Keyboard Study #2</em> von Terry Riley – auf der Konzertkarte passend zur Anzahl der sechs Flügel als <em>Keyboards Study #2</em> angekündigt – und eine Pause. Einziges Stück danach war das namensgebende <a href="https://futureislisteningmusic.bandcamp.com/track/steve-reich-six-pianos"><em>Six Pianos</em></a> von Steve Reich. Kurz vor zehn und für einen Montagabend angemessen rechtzeit war Schluss. Das Publikum klatschte recht begeistert Beifall, aber eine Zugabe sprang nicht dabei heraus. Ich verließ die Philharmonie unbewusst zur anderen Seite und brauchte vielleicht einen Moment zu lange, um mich zu orientieren.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/5Jmp30zc.jpg" alt="Sechs Pianisten stehen verbeugend vor sechs Flügeln ohne Deckel auf einer Konzertbühne."/>
<small>Die sechs Pianisten stehen verbeugend vor den sechs Flügeln.</small></p>

<p>Heute vor einer Woche wieder in den Großen Saal der Philharmonie Berlin. <a href="https://www.achimreichel.de/" title="Ein Kulturbotschafter der besonderen Art">Achim Reichel</a> auf <em>Schön-war-es-doch!</em>-Tour. Sehr frühzeitig da und noch Zeit für ein Getränk. Im bestellten <a href="https://www.campari.com/de-de/cocktails/campari-und-soda/">Campari Soda</a> ersetzte, ohne dass ich diesen Wunsch geäußert hatte, der freundliche Getränkeausschank das Sodawasser zu einem großen Teil durch Sekt. Ich hätte mich beschweren können, war aber zufrieden. Vom Sitzplatz hoch oben und weit hinten war der Überblick sehr gut, der Sound dagegen nicht, aber noch in Ordnung. Das Publikum war mit einigen Ausnahmen wie mir alt wie der Künstler oder kaum jünger, aber von Beginn an begeistert dabei, auch wenn erste Mitklatschversuche in ihrem Bemühen, den Takt zu finden, noch etwas unbeholfen und übermütig wirkten. Eine einzelne Handytaschenlampe leuchtete von der gegenüberliegenden Seite durch den dunklen Saal, als Achim Reichel die Zeilen <em>Der Mond ist aufgegangen / Die goldnen Sternlein prangen</em> sang. Kurz darauf übernahm das Publikum lautstark den Gesang: <q>Ooh ooh oh ooh, ooh ooh oh ooh, Steaks und Bier und Zigaretten</q>. In der Kulisse der Philharmonie sehr charmant und mit jeder Wiederholung noch ein wenig charmanter. Das Konzert geht seinen Gang, Hits werden gespielt, das Publikum lässt in seiner Begeisterung nicht nach. Während der Zugabe erdreisten sich einige Personen in der Reihe vor mir, gut gelaunt aufzustehen, was unmittelbar dazu führt, dass eine empörte Person in der Reihe hinter mir ihre freie Sicht mit ihrem Krückstock wiederherzustellen versucht. Skurriler Moment. Achim Reichel steht mit achtzig Jahren zweieinhalb Stunden auf der Bühne, singt, spielt Gitarre, macht Ansagen. Beeindruckend. Am Stand im Foyer kosten die Vinylalben bestehend aus drei oder vier Schallplatten 45, 50 und 55 Euro. Auch beeindruckend.</p>

<p><img src="https://i.snap.as/vamNVqVd.jpg" alt="Mehrere Musiker auf einer in buntes Licht getauchten Bühne."/>
<small>Achim Reichel mit seiner Band auf der in buntes Licht getauchten Bühne.</small></p>

<p>Seit meinem Umzug nach Berlin sind bis zu meinem ersten Konzertbesuch im Großen Saal der Philharmonie Berlin fast siebzehn Jahre vergangen. Bis zum zweiten Mal dann zwei weitere Tage mehr. (Gut möglich, dass meine Erinnerung mich täuscht, aber mehr als ein Konzert im Kammermusiksaal ließ sich darin nicht finden.)</p>

<p><a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:AchimReichel" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">AchimReichel</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Berlin" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Berlin</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:DanielBrandt" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">DanielBrandt</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:ErolSarp" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ErolSarp</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:GregorSchwellenbach" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">GregorSchwellenbach</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:JohnKameelFarah" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">JohnKameelFarah</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:KaiSchumacher" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">KaiSchumacher</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:Musik" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Musik</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:PaulFrick" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">PaulFrick</span></a> <a href="https://tobenschmidt.writeas.com/tag:SixPianos" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">SixPianos</span></a></p>

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      <pubDate>Wed, 27 Mar 2024 22:59:01 +0000</pubDate>
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